Vor, bei und nach "Hastings 1066"
Vor, bei und nach "Hastings 1066"
William II., Herzog der Normandie, musste nicht lange überlegen, nachdem er im Januar 1066 erfahren hatte, dass Harold Godwinson als König von England gekrönt worden war. Er war überzeugt, dass ihm diese Krone durch Versprechen und Eid zugestanden hätte und dass er schmählich hintergangen worden war (Kapitel 8.3). Nach einigen "Meetings", wie man dies heute nennen würde, hatte der Eroberer seine Vasallen und Freunde und auch eine stattliche Schar von Abenteurern aus anderen Ländern überzeugt. Man plante gemeinsam eine Invasion des angelsächsischen England, die für alle Beteiligten Ruhm, Macht und Reichtum versprach.
Die „Battle near Hastings“ (und nicht „…of Hastings“) war der Höhepunkt dieser Invasion und eine der bedeutendsten und die längste Schlacht im Mittelalter in Westeuropa. Vor allem für England war die verlorene Auseinandersetzung ein Wendepunkt, der das Ende der angelsächsischen Zeit und den Beginn der normannischen Eroberung repräsentiert.
Gleichzeitig war die Schlacht bei Hastings aber auch das definitive Ende des Nebeneinanders von zwei Kulturen auf englischem Boden. Vom Jahre 865 bis ins elfte Jahrhundert war unser heutiges England nämlich zweigeteilt in einen dänischen nördlichen und einen angelsächsischen südlichen Teil. Erst mit der Herrschaft von Knut dem Grossen (r. 1016 - 1035) begannen sich die Grenzen des „Danelag“ zu verwischen. Unter Knut dem Grossen bestand sogar für einige Jahre ein nordisches Reich aus England , Dänemark (ab 1018) und Teilen von Norwegen (ab 1028).
Ursachen und Rechtfertigung für die Geschehnisse im Jahre 1066, von der versuchten Rückkehr Tostig Godwinson’s bis zur Schlacht von Fulford Gate bei York, der Schlacht von Stamford Bridge und eben diejenigen bei Hastings sind komplex und können in meinem Buch in den Kapiteln 6 - 8 nachvollzogen werden.

Grafik: Urs Pape sälber
Über die Schlacht bei Hastings ist in der Literatur und im Internet viel zu lesen. Die glaubwürdig überlieferten Fakten sind aber ziemlich dünn, weil fast alle zeitgenössischen Historiker der einen oder der anderen Seite verpflichtet waren und deshalb mehr Propaganda als Wahrheiten niederschrieben. Aus diesen frühen Aufzeichnungen haben Historiker bis heute vieles interpretiert und sich eigene Vorstellungen zurechtgelegt. Dies führt dazu, dass ein gewisser Teil unseres heutigen Geschichtswissens auf Vermutungen und Interpretationen beruht und überhaupt nicht gesichert ist. Dies meistens wegen mangelnder Fachkenntnis, falscher Einschätzung und manchmal auch aus subjektiver Sicht (die „bösen“ Normannen gegen die „armen“ Angelsachsen oder auch umgekehrt). Dies ist zwar einerseits ärgerlich, gibt mir aber dagegen die Möglichkeit, eigene Theorien zu entwickeln. Dies tue ich im Buch und auf dieser Internetseite aber nur dort, wo ich gute Argumente zu haben glaube.
Folgende Punkte stelle ich auf den nachgeordneten Seiten dar:
- - die Flotte von William dem Eroberer
- - die Umstände des "Transfers" von William's Flotte von Dives-sur-Mer nach St.Valéry-sur-Somme
- - die Landung der normannischen Flotte "into Pevensey"
- - die Grösse der beiden Heere
- - die Annäherung von Hastings zum Senlac Hill, dem Ort der Schlacht im heutigen Battle
Als letzten Punkt zeige ich auf, was nach dem Sieg von William über Harold passierte, dies wissen nämlich die meisten Leute nicht und doch ist der Nachgang zur Schlacht ziemlich schräg und bemerkenswert. Diese Ereignisse nenne ich den "Tanz um London" - schauen Sie weshalb!