Die Wikinger
Die Wikinger
Es gibt unter den gelehrten Historikern und Sprachforschern keine Einigkeit über die genaue Herkunft des Begriffes "Wikinger". Ich begnüge mich hier mit einer Definition, die mir sinnvoll erscheint, ohne mich auf linguistische Feinheiten einzulassen. Als Wikinger bezeichnen wir demnach jenen Teil der mittelalterlichen nordischen Bevölkerung, die auf "Viking" (= Raub-/Eroberungsfahrt) unterwegs waren. Das Wort ist nicht an die Nationalität oder Herkunft gebunden, sondern an die aktuelle Tätigkeit; eben auf einem Schiff unterwegs sein in der Hoffnung, Beute oder neuen Lebensraum zu finden. Es waren also keine dumpfen, Met-saufenden und Hörnerhelm-tragenden Kerle, sondern tapfere, oft auch verzweifelte Abenteurer, die ihr Leben und das ihrer Angehörigen zu verbessern trachteten oder Handelsobjekte oder neues Siedlungsgebiet suchten. Ein solcher "Viking", eine Raubfahrt, war ein Unternehmen einer Familie, eines Clans oder gar eines Kleinkönigs, heute würde man sagen "ein Projekt".
Die Wikinger brachen gegen Ende des achten Jahrhunderts aus ihren Siedlungsgebieten in Skandinavien aus und plünderten vorerst einmal reiche Niederlassungen ihrer Nachbarländer. Da zu jenen Zeiten vor allem Klöster sowohl reich als auch ziemlich ungeschützt waren, boten sie sich zum Beginn als leichte Beute an. Schon bald aber raubten die Wikinger nicht nur, sondern sie siedelten sich in den Zielgebieten auch definitiv an. Dies vor allem deshalb, weil die klimatischen Bedingungen auf den Inseln näher am Golfstrom wesentlich günstiger waren, als in ihrer angestammten Heimat. Dies gilt sowohl für die Shetland- und Orkney-Inseln, als auch die äusseren Hebriden und die Festlandküste von West-Schottland.