Die Angelsachsen
Die Angelsachsen
In Grossbritannien finden sich menschliche Spuren die bis 30‘000 v.Chr. zurückreichen und aus der Zeit von 7‘000 bis ein paar hundert Jahre vor Christus sind die archäologischen Funde und Monumente der Vorfahren der „British People“ sogar recht zahlreich. Grossbritannien war ja bis ca. 7‘000 v.Chr. mit dem europäischen Festland verbunden, also eine Halbinsel. Somit konnten die Zuwanderer von Osten her zu Fuss oder auf den Flüssen per Fellboot „anreisen“. Die archäologischen Spuren über die frühen Briten sind zwar recht zahlreich, aber alte Knochen, schon längst erkaltete Herdfeuer, Spuren von Erdforts und auch riesige Steinmonumente sind eben doch stumm und erzählen uns wenig über das Leben der prähistorischen Briten. Heutige medienbewusste Archäologen erzählen uns zwar mit viel Phantasie, wie es gewesen sein könnte. Aber die in Stonehenge zu den Sonnenwenden herumtanzenden Pauschaltouristen und reisserische Geschichten um die Kalk-Monumente im Süden täuschen nicht darüber hinweg, dass wir von den Menschen dieser Zeit sehr wenig wissen.
Dies ändert sich erst nach der Invasion durch die Römer im Jahre 43 n.Chr., denn die Römer haben uns schriftliche Zeugnisse hinterlassen. Schon zur Zeit der römischen Besetzung, ca. ab 250 n.Chr., wanderten sächsische Stämme in den Süden der römischen Provinz Britannia ein und übernahmen später dort auch militärische Aufgaben. Die massive Einwanderung der Angeln (Heimat: heutiges Schleswig-Holstein), Sachsen (Heimat: heutiges Niedersachsen), Jüten und Friesen erfolgte Mitte des 5. Jhdts., also kurz nach dem Abzug der Römer (ca. 410). Diese germanische Zuwanderung war eine Folge der Völkerwanderung, im Laufe derer diese germanischen Stämme nach Westen gedrängt wurden. Gründe und Ausmass der Auswanderung auf „Die Insel“ sind allerdings umstritten.
Die Einwanderer siedelten zuerst in bestimmten Gebieten (s. Karte), vermischten sich aber bald mit den romanisch-christlichen Bewohnern von Britannia und drängten gleichzeitig die Restbevölkerung an heidnischen Kelten nach Westen und Norden ab --> Cornwall, Wales, Schottland.
In den nächsten fünf Jahrhunderten bildeten sich verschiedene angelsächsische Königreiche heraus, die ab dem 9. Jahrhundert durch die hereindrängenden Wikinger, vornehmlich Dänen, „verstärkt“ wurden. Auf der folgenden Karte habe ich die Grenzen der alten angelsächsischen Reiche bewusst nicht gezogen, weil diese im Laufe der Zeit immer wieder änderten und heute auch nicht mehr genau nachvollzogen werden können.

Die angelsächsischen Königreiche 700 - 1100 A.D.
(Grafik: Verfasser)